Hürtgen
Gemeinde Hürtgenwald
Kreis Düren


Soldatenfriedhof Hürtgen
(zwischen Hürtgen und Vossenack)

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Photo links: 4-Bild-Ansichtskarte (ungel.); 2. Photo: Ansichtskarte (ungel.); Photos 3-7: 06.09.2003; 8. Photo: 20.02.2010

Auf dem Ehrenfriedhof Hürtgen wurden so genannte Kameradenkreuze verwendet, die auf jeder Seite bis zu vier Namen tragen. Links vom Stufenaufgang zur Anlage steht ein Gedenkstein für Leutnant Friedrich Lengfeld, rechts neben dem Weg ein Gedenkstein mit der Inschrift „Gedenket unserer Toten im Osten“. Der Steinweg endet an einem großen Hochkreuz.

 

Inschrift Gedenkstein Leutnant Lengfeld:
No man hath greater love than he who layeth down his life for his enemy. In memory of Lieutenant Friedrich Lengfeld 2ND CO., FUES. BN., 275TH INF.DIV.
Here in Huertgen Forest on November 12, 1944, Lt. Lengfeld, a German officer, gave his life while trying to save the life of an American soldier lying severely wounded in the “Wilde Sau” minefield and appealing for medical aid.
Placed at this site on October 7, 1994
The Twenty Second United States Infantry Society - World War II
“Deeds not Words”

Niemand hat groessere Liebe als wer sein Leben hingibt fuer seinen Feind. Zum Gedenken an Leutnant Friedrich Lengfeld 2.KP., FUES. BTL., 275. INF.DIV.
Hier im Huertgenwald am 12. November 1944 toedlich verwundet, als er einen um Hilfe rufenden schwerverwundeten amerikanischen Soldaten aus dem Minenfeld „Wilde Sau“ im Niemandsland retten wollte.
Errichtet am 7. Oktober 1944 Die Veteranen-Vereinigung - 2. Weltkrieg 22. US INF. RGT., 4. INF.DIV.
“Taten nicht Worte”

 

Eine Informationstafel vor dem Stufenaufgang zum Ehrenfriedhof gibt folgende Information:
Ehrenfriedhof Hürtgen
Die Orte Hürtgen und Vossenack liegen inmitten des einstigen Kampfgebietes zwischen Aachen, Düren und dem Hohen Venn. Der Name Hürtgenwald beschränkte sich zunächst nur auf das dort befindliche staatliche Forstamt. Die Amerikaner waren es dann, die dem gesamten Kampfgebiet den Namen gaben („Huertgen Forest“), der für eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges steht. Vom 12. September 1944 bis zum 23. Februar 1945 tobte in diesem Gebiet die „Schlacht im Hürtgenwald“. In diesem Zeitraum fiel auch die letzte Großoffensive der Wehrmacht, die „Ardennen-Offensive“, die am 16. Dezember 1944 südlich des Hürtgenwaldes mit dem Angriffsziel Antwerpen losbrach.
Die erbitterten Kämpfe im Hürtgenwald forderten zwischen dem so genannten „Stolberg-Korridor“ im Norden und dem „Monschau-Korridor“ im Süden etwa 12.000 deutsche und 55.000 amerikanische Tote. Die Zahl der amerikanischen Toten entspricht der Gesamtzahl der Amerikaner, die im späteren Vietnamkrieg umkamen. Dieser Krieg dauerte allerdings fast zehn Jahre.
Da es nach amerikanischer Auffassung kein amerikanisches Kriegsgrab auf ehemals feindlichem Gebiet geben soll und zudem die amerikanische Bevölkerung ihre Kriegstoten in den meisten Fällen in die Heimat überführen ließ, wurden die im Hürtgenwald und bei der Ardennen-Offensive umgekommenen Amerikaner zum überwiegenden Teil in die USA überführt. Die verbliebenen Toten erhielten eine letzte Ruhestätte auf den amerikanischen Soldatenfriedhöfen Margraten in den Niederlanden (8.301 Tote), Henri-Chapelle (7.989 Tote) und Neuville-en-Condroz (5.310 Tote) in Belgien oder Hamm in Luxemburg (5.076 Tote).
Die deutschen Toten haben auf unzähligen Kriegsgräberanlagen in der Eifel eine bleibende Ruhestätte bekommen. Auf den Ehrenfriedhöfen in Hürtgen und Vossenack ruhen allein 5.345 Tote.
Viele deutsche Kriegstote wurden durch den amerikanischen Gräberdienst jenseits der Grenze auf den deutschen Soldantenfriedhöfen Lommel und Recogne-Bastogne in Belgien oder in Ysselsteyn in den Niederlanden bestattet.
Der Hürtgenwald selbst bot am Ende des Zweiten Weltkrieges ein Bild des Schreckens: völlig zerschossene und verlassene Dörfer, verwüstete Felder und Wiesen und vor allem verbrannte Wälder, deren verkohlte Baumstümpfe noch lange nach dem Krieg in den Himmel ragten, bezeugten in schauerlicher Weise das Bild der „verbrannten Erde“.
Der Ehrenfriedhof Hürtgen entstand im Herzen des Hürtgenwaldes nördlich des einst hart umkämpften Waldgebietes „Wilde Sau“, inmitten eines zerstörten, verminten und felsigen Geländes. 3.001 Kriegstote bekamen auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe, darunter 2.925 deutsche Soldaten, 35 Zivilopfer, 27 Russen, 13 Polen und ein Belgier.
Im Sommer 1950 übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband NRW, die Ausbauarbeiten. Der Gartenarchitekt C. L. Schreiber gestaltete den Friedhof. Über 1000 Tote waren zunächst unbekannt, doch bei den Umbettungsmaßnahmen gelang es den Mitarbeitern des Volksbundes 587 Tote zu identifizieren, 500 Tote blieben namenlos.
Die zweijährigen Ausbauarbeiten waren sehr schwierig. Die Minenräumkommandos und der Umbettungsdienst leisteten eine harte und vor allem gefährliche Arbeit. Jeder Fußbreit Boden konnte den Tod bringen. Mehr als 100 Männer starben bei Minenräumarbeiten und beim Ausbau des Friedhofes, darunter auch Bürgermeister Baptist Linzenich. Ihr Grab bekamen sie inmitten der im Krieg gefallenen Kameraden.
Frieden liegt nun wieder über dem Hürtgenwald uns seinen Toten. Der Wald erwuchs neu und ist wieder grün. Die Gräber kennzeichnen so genannte „Kameradenkreuze“ aus Muschelkalk, eine Gestaltungsform die einmalig ist. Auf einigen Kreuzen sind Flächen für das Einmeißeln von Namen freigehalten worden. Man hatte im Laufe der Jahre immer noch gehofft, die dort Bestatteten identifizieren und ihnen den Namen wiedergeben zu können. Vergebens. Hier ruhen unbekannte Kriegstote. Ein Aufbringen der Bezeichnung „Unbekannt“ ist ohne Bersten des Steines nicht mehr möglich. So bleiben die Flächen frei.
Im Eingangsbereich des Friedhofes wurde 1994 anlässlich des 50-jährigen Gedenkens an den „D-Day“ (Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944) durch Veteranen der 4. US Infanteriedivision eine Stele errichtet. Sie erinnert an Leutnant Friedrich Lengfeld, der am 12. November 1944 bei dem Versuch, einem amerikanischen Verwundeten aus einem Minenfeld in unmittelbarer Nähe des heutigen Ehrenfriedhofes zu bergen, selbst schwer verwundet wurde und diesen Verwundungen auf dem Verbandsplatz Lukas-Mühle am gleichen Tag erlag. Der Leutnant bekam seine letzte Ruhestätte auf der Kriegsgräberstätte Düren-Rölsdorf, Grab-Nr. 38.
Der Ehrenfriedhof Hürtgen wurde am 17. August 1952 durch Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht. Er schloss seine bewegende Weiherede mit den Worten: „Sie waren Menschen wie wir. Aber wenn wir in der Stille an den Kreuzen stehen, vernehmen wir ihre gefasst gewordenen Stimmen: Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Friede bleibe, Friede den Menschen, Friede den Völkern.“
Der Friedhof steht in der Obhut des Kreises Düren.
(Quelle: Öffentliche Informationstafel aufgestellt vor dem Stufenaufgang)

 

Um 2008/2010 wurde auf dem Soldatenfriedhof eine Stele errichtet, auf der folgendes Gedicht von Hauptfeldwebel Josef Prümm steht: 

Das Kreuz im Hürtgenwald

Hingelehnt im Tannenholz, 
ganz einsam und verlassen, 
steht ein schlichtes Birkenkreuz
Wind und Wetter überlassen. 

Schon viele Jahre steht es dort
mit einem Stahlhelm nur bedacht, 
erinnert uns an jenen Ort, 
wo einst ein Krieger hat gewacht. 

Mit seinem Blut hat er getränkt 
im tiefen Wald die kühle Erde. 
Wir bitten Gott, der alles lenkt, 
dass niemand ihn vergessen werde. 

Geopfert für das Vaterland 
hat er sein höchstes Gut - das Leben. 
Kein Mensch kann außer Gotteshand 
ihm dieses jemals wiedergeben. 

So schlafe wohl, fern von den Lieben, 
bis wir uns einmal wieder sehen, 
wo dich gebettet, die geblieben, 
da wirst du wieder aufersteh´n. 

HFW Josef Prümm

 

Gräbersuche (Datenbank) auf der Internetseite des Kreises Düren für die Ehrenfriedhöfe Hürtgen und Vossenack
http://www2.kreis-dueren.de/friedhof/index.asp
(Externer Link)

 

KRIEGSGRÄBERLISTE EHRENFRIEDHOF HÜRTGEN
Lfd.Nr. 1 - 500 Lfd.Nr. 2001 - 2500
Lfd.Nr. 501 - 1000 Lfd.Nr. 2501 - 3024
Lfd.Nr. 1001 - 1500 Ehemalige Wehrmachtsangehörige, die unter den Unbekannten des Friedhofes zu suchen sind
Lfd.Nr. 1501 - 2000 In Memoriam der Gefallenen im Hürtgenwald

 

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